Forschungsbereich Bauphysik

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- Zwei Auszeichnungen für Azra Korjenic

Die TU-Bauingenieurin Azra Korjenic untersucht die Vorteile begrünter Fassaden. Eines ihrer Projekte wurde nun mit dem Energy Globe ausgezeichnet, außerdem wurde sie von der Universität Košice geehrt.


Begrünte Fassaden werden in den Städten der Zukunft eine wichtige Rolle spielen – davon ist Prof. Azra Korjenic überzeugt. Sie untersucht, wie es am besten gelingt Gebäude innen und außen zu begrünen, was man dabei beachten muss und welche Vorteile das mit sich bringt. Eines ihrer Gebäude-Begrünungsprojekte führt Korjenic (Institut für Hochbau und Technologie, TU Wien) in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium GRG 7 in der Kandlgasse durch, das Forschungsteam der TU Wien arbeitet dabei eng mit Kindern und Schulpersonal zusammen. Dieses Projekt wurde am 18.05.2017 mit dem Energy Globe Wien (Kategorie Jugend) ausgezeichnet.Es ist ein weiterer Punkt auf der langen Liste von Auszeichnungen, über die sich Azra Korjenic bereits freuen konnte: So gewann sie etwa auch schon 2015 den Energy Globe, und erst am 17. Mai 2017 wurde sie in einer Festzeremonie „40 Jahre Faculty of Civil Engineering“ an der technischen Universität Košice für ihre Leistungen und die langjährige Zusammenarbeit geehrt.


Prof. Azra Korjenic erhält die Auszeichnung der Universität Košice von Prof. Vincent Kvočák. [1]

Mehr Wissenschaft!


Die Idee, Gebäudefassaden zu begrünen ist nicht neu. Doch wissenschaftliche Forschung dazu gab es bisher recht wenig. Und das ist schade, findet Azra Korjenic: „Es gibt zahlreiche wichtige Fragen, die man in diesem Zusammen- hang klären muss:


Wie kann man durch Wandbegrünung das Raumklima optimal beeinflussen? Wie muss man vorgehängte Wandsysteme montieren, um eine optimale Wärmedämmfähigkeit der Fassade zu erreichen? Wie kann man Photovoltaik und Fassadenbegrünung optimal kombinieren?“

 


Azra Korjenic (Bildmitte, mit Urkunde) mit dem Projektteam [2]
Genau diesen Fragen will Prof. Korjenic mit ihrer Forschungsgruppe auf den Grund gehen. In verschiedenen Pilotprojekten sammelt sie Messdaten, führt Studien und Berechnungen durch, um ein solides wissenschaftliches Fundament für die Technik der Fassadenbegrünung zu

schaffen.Ein Projekt, das ihr besonders am Herzen liegt, ist die Begrünung des Gymnasiums GRG7 in der Kandlgasse: „Es ist großartig, direkt mit Kindern zusammenzuarbeiten. Sie lernen extrem viel, wenn sie sich selbst um die Pflanzen kümmern oder auch wenn sie sich dann im Physikunterricht mit den schuleigenen Photovoltaikanlagen auseinandersetzen. So erreichen wir die nächste Generation, die in Zukunft auch die politischen Entscheidungen treffen wird.“


Die Ergebnisse der Forschungsarbeit sind vielversprechend: Der Wärmedurchgangskoeffizient der Fassade wird durch die Begrünung deutlich verbessert, der Lärmpegel in den Innenräumen sinkt, die Feinstaubbelastung geht zurück, weil Partikel von den Pflanzen gebunden werden können etc. Außerdem zeigt sich, dass sich grüne Fassaden und Photovoltaik-Anlagen ausgezeichnet kombinieren lassen: PV-Anlagen, die einen großen Teil des Lichts durchlassen, können vor die Pflanzen montiert werden. Die Pflanzen sind dadurch geschützt und schaffen ihrerseits ein kühleres Mikroklima, das wiederum die Effizienz der Photovoltaikanlagen erhöht – denn bei hohen Temperaturen liefern PV-Anlagen weniger Leistung.Weitere Forschungsprojekte werden gerade gestartet: Mit Förderung der FFG und Unterstützung von der BIG wird Korjenic in den nächsten drei Jahren zwei weitere Schulen begrünen – diesmal handelt es sich um Neubauten, mit und ohne Lüftungsanlage. „Es wird interessant, die Messdaten aus einem neuen Gebäude mit den Ergebnissen aus dem Altbau in der Kandlgasse zu vergleichen“, sagt Korjenic. Außerdem soll dabei ein Leitfaden für das Bauen und Planen von grünen Schulen entstehen.


Energy Globe und Ehrenmedaille

Am 18. Mai wurde Azra Korjenic für ihr Schulprojekt mit dem „Energy Globe ausgezeichnet. Dieser Preis wird in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Wien vergeben und prämiert praxisbewährte Projekte rund um das Thema Energie und Umwelt.Nur einen Tag vorher hatte Azra Korjenic eine Ehrenmedaille von der TU Košice in der Slowakei erhalten. Mit dieser Universität ist sie seit vielen Jahren eng verbunden – sie ist dort wissenschaftliche Beraterin für energieeffizientes und ökologisches Bauen und Sanieren, Gutachterin, Mitbetreuerin von Dissertationen, Projektpartnerin bei vielen Projekten und Gastlehrende.

Fotos:
[1] TU Košice
[2] Florian Wieser


Nähere Information:
Prof. Azra Korjenic
Institut für Hochbau und Technologie,
Forschungsbereich für Bauphysik und Schallschutz,
Technische Universität Wien,
Karlsplatz 13, 1040 Wien
T: +43-1-58801-20662
azra.korjenic(at)tuwien.ac.at